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Eine Bierkutsche kommt niemals alleine zurück

19. Mai 2017

 

Eine Bierkutsche kommt niemals alleine zurück.

Eine Bierkutsche kommt niemals alleine zurück. Was soll das denn bedeuten denkt Ihr jetzt. Mein Mann ist Mitglied im Schützenverein St. Achatius Stukenbrock-Senne, richtet für das Schützenfest immer die Bierkutsche her.

Diese Bierkutsche entstand aus einer (Bier) Laune heraus 🙂 und ist seit über 10 Jahren schon Tradition und sie wird von meinem Mann immer etwas verschönert und liebevoll erweitert. Ihr seht den Rohzustand. Einfach ein grünes Gerüst, den Aufsatz den mein Mann und mein Schwiegervater gebaut haben und die Erweiterung von meinem Mann und seinem Cousin, das es eine Bierkutsche wurde.

Damit die Schützen unterwegs beim ziehen nicht verdursten müssen oder unterhopfen :-), ist für das leibliche flüssige wohl  natürlich auch etwas nach und nach etwas dazu gebaut worden.

Wer jetzt glaubt unsere Bierkutsche wäre schön in Gromitz oder Sylt gewesen, den muss ich leider enttäuschen. Eine kleine liebevolle und lustige Erweiterung. Aber wer weiss. Was ja noch nicht ist, das kann ja noch werden. 🙂

Schade….. den Regenschirm habe ich euch gar nicht Fotografiert. Der kam irgendwann auch mal dazu, was für Regen gut ist, ist auch für die Sonne gut und der Bierkönig kommt gut beschirmt, so oder so zuhause an.

Nach Schützenfest ist diese Bierkutsche wieder unser Anhänger für den Garten.

Wie der Bierkönig vorher vom Schützenfrühstück nach Hause kam ? Damals musste der Bierkönig noch laufen, dann kamen mein Mann und sein Cousin auf die Idee einer Silokarre. Leider gibt es keine Fotos und ich kann mich auch nicht mehr daran erinnern. Da diese Silokarre auf Dauer schwer und unhandlich war, sind beide Cousins auf die Idee mit unserem Anhänger und einem neuen Aufbau gekommen und Jahr für Jahr wurde dieser Aufsatz liebevoll von meinem Mann erweitert. Zwischendurch gab es mal eine kleine Pause, aber den Schützen fehlte die Bierkutsche und so wurde mein Mann gebeten, die Bierkutsche wieder auf leben zu lassen. Auch für Schützenfest 2018 hat mein Mann schon Verändungen im Kopf.

Wie man Bierkönig wird?

Das kommt aus einer langen Tradion heraus und mit lang meine ich seit bestehen des Vereins. 96 Jahre.

Nach 96jähriger Tradition wird der Bierkönig wie folgt gewählt.

Der Bierkönig vom vorherigen Jahr sucht sich beim Schützenfrühstück einen Schützenkollegen aus, der Bierkönig werden soll. Wer? Das darf/ kann nur er allein entscheiden und nach welchen Kriterien auch. Ob er den Schützenbruder ärgern möchte, weil er ihn vielleicht nicht mag ☹ oder sehr mag ☺ ….Oder ob er meint, der könnte auch mal Bierkönig sein…oder weil derjenige zum Hofstaat passt. Ach da gibt es ganz viele Argumente. Das ist ihm selbst überlassen. Auf jeden Fall ist es immer eine spannende Sache zum Abschluss des letzten Tages vom Schützenfest.
Nachdem der noch amtierende Bierkönig seinen Nachfolger ausgesucht hat, hängt dieser ihm einfach die Kette um. Schwupp das war es und derjenige schaut erst einmal dumm oder auch nicht. Selbstverständlich wird er trotzdem gefragt ob er die Bierkönigswürde für das kommende Jahr annimmt. Mein Mann sagte, er wüsste nicht, dass jemand schon mal NEIN gesagt hat.
Dann kommt der neue Bierkönig auf die Bierkönigskutsche und die Schützen begleiten den neuen Bierkönig nach Hause. In der Zwischenzeit organisiert der Zeremonienmeister mit dem hiesigen Festwirt, dass beim Bierkönig zuhause eine Theke aufgebaut wird, denn die Schützen sind dann wieder sehr durstig und der Durst muss gelöscht werden. Weil es geht nach nicht, das die Schützen unterhopfen. ☺ Außerdem muss der neue Bierkönig auch gebührend gefeiert werden. Was auf die Frauen so zukommt. Ja, ja, die werden nicht vergessen. Da kommt die Nachbarschaft zusammen und organisiert Schnittchen für die Schützen, denn die müssen schließlich bei Kräften bleiben.
Ich hatte diese Ehre im Jahre 2010 auch schon. Normalerweise hatte ich bis dato immer an dem Schützenfestmontag und Dienstag Urlaub. Nur im Jahre 2010 nicht. Warum nicht. Ich weiß es nicht. Bis dann um, ich meine es war so 11 Uhr, mein Mann mich anrief und ganz aufgeregt mir mitteilte, das er neuer Bierkönig wäre und das kein Scherz wäre und ich doch schnell aus der Arbeit nach Hause komm soll. Wie gut, das ich schon auf meinem Bürostuhl saß. Es sei auch kein Scherz meinte er. Aha….. Mehr bekam ich zu diesem Zeitpunkt nicht raus. Ich sagte dann nur noch, dass ich hier im Büro noch etwas organisieren muss und dann ca. in 1 Stunde zuhause bin. Eine halbe Stunde später rief die Frau vom Cousin meines Mannes an und fragte, ob ich schon wüsste, dass Udo Bierkönig ist. Ja, meinte ich und das ich mich gleich auf den Weg mache. Sie teilte mir dann mit, das die Nachbarinnen zum Brote schmieren schon auf dem Weg sind und Sie mit meiner Schwägerin schon Brot und Aufschnitt organisiert hätten. Puhhh, das war für mich, die doch sehr spontan sein kann, doch etwas schnell. ☺
Also ab fix nach Hause, vorher noch schnell beim Blumenladen vorbei, da mir noch auf den Weg gegeben wurde, Du brauchst für Abends beim Auffahren einen Blumenstrauß. Ich war gerade zuhause angekommen, da kamen schon die ganzen Schützen mit meinem Bierkönig auf seiner eignen Bierkutsche. Ich staunte nicht schlecht. Wir haben ja einen langen großen Garten, dann die ganzen Schützen incl. der Musikkappelle bis zum Ende marschieren zu sehen, das beeindruckte mich schon sehr und sah so schön aus. Leider habe ich keine Fotos in der Aufregung gemacht. Die Schützen feiern dann beim jeweiligen Bierkönig. Einige bleiben nur kurz, andere etwas länger und andere halten bis zum Antreten um 18:00 Uhr durch. Wir wurden von unserem Nachbarn erst bist zum Sammeln mitgenommen und dann wurden wir dezent aus dem Auto gebeten und Udo durfte mich mit der Bierkutsche auffahren. ähmm, ziehen. Ja, so kam ich auch mal in den Genuss auf der Bierkutsche zu sitzen und gezogen zu werden und die ist wirklich nicht leicht und dann noch über eine Rasenfläche zu ziehen erst recht nicht.
Mein Fazit: Es war sehr schön. Aber einmal reicht und ich bin auch froh, dass man nur 1 x Bierkönig werden kann.
….und so kommt eine Bierkutsche niemals allein…..nach Hause

*St. Achatius ist eine katholische Pfarrkirche in Stukenbrock-Senne im ostwestfälischen Schloß Holte-Stukenbrock in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Die Kirche gehört zum Pastoralverbund Schloß Holte-Stukenbrock im Erzbistum Paderborn. Die Gemeinde umfasst etwa 800 Katholiken.

Die Kapelle in Stukenbrock-Senne wurde 1896 geweiht. Als Patron erhielt sie Achatius von Armenien. Schon kurze Zeit später stellte man fest, dass der Kirchenraum nicht ausreicht und es wurde ein Neubau geplant, dessen Grundstein 1930 gelegt wurde. 1966 wurde die Kirche umfassend renoviert. Insbesondere wurden hier die Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils aufgegriffen.

….und ? Wer kommt uns jetzt nächstes Jahr zum Schützenfest besuchen ?

Habt einen schönen Tag,

eure

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1 Comment

  • Reply Melanie Pignitter 25. Mai 2017 at 16:18

    Liebe Elke!
    Also ich hatte ja so gar keine Ahnung von der „Bierkultur“ – wie ich nach Lesen deines Beitrages feststellen muss. Gefällt mir sehr gut – dein etwas anderes Thema und die Bierkutsche – ja einfach genial. Traditionell und romantisch gleichermaßen 🙂 herzlichen Gruß

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